Krankheitsüberträger Warum können Mückenstiche gefährlich werden?

Warum juckt ein Mückenstich? Wann kann sich die Wunde leicht infizieren? Und welche gefährlichen Krankheiten können Mücken übertragen? Wir verraten es. Daneben gibt es Tipps, wie man sich vor den Plagegeistern schützt.

Mücke auf der Hand eines Mannes
"Nicht jucken!", sagt sich leicht nach einem Mückenstich. Doch kann dies auch Entzündungen vermeiden helfen. Bildrechte: Colourbox.de

Immer wieder landen Patienten mit einem Mückenstich in der Notaufnahme. Denn mit jedem Stich können auch Bakterien übertragen werden. Sie sind oft die Ursache für starke Schwellungen und schwere Entzündungen. Neben der Infektionsgefahr durch Stiche einheimischer Mücken kommt es immer mehr auch zu Erkrankungen durch exotische Mücken wie die Asiatische Tigermücke oder die Asiatische Buschmücke. Sie sind inzwischen in Südeuropa und im Mittelmeerraum verbreitet und auch in Deutschland schon angekommen.

Übertragen von Krankheiten möglich

Exotische Mücken können Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen und so Tropenkrankheiten wie das Dengue-Fiber, das West-Nil-Fieber, Gelbfieber, das Zika-Fieber oder auch Malaria auslösen. Vor Reisen nach Asien oder Afrika sollte man sich aber unbedingt informieren. Gegen viele dieser Erkrankungen gibt es inzwischen wirkungsvolle Schutzimpfungen.

Mücken auf dem Vormarsch Tropenkrankheiten tauchen in den letzten Jahren nicht mehr nur bei Menschen auf, die vorher in den Tropen gewesen sind. Daran könnten durch den globalen Handel eingeschleppte Mücken schuld sein, die hier zustechen.

Gefährlicher Juckreiz

Einheimische Mücken übertragen im Normalfall keine Krankheitserreger. Die Gefahr geht bei ihnen eher von einer Infektion durch Keime und Bakterien aus, die sich auf unserer Hautoberfläche befinden. Durch den Mückenstich können sie in den Körper gelangen. Wird dann noch gekratzt, vergrößert sich die Einstichstelle, es entsteht eine Wunde, die sich infizieren kann. Deshalb ist es wichtig, den Juckreiz zu bekämpfen. Im Speichel der Mücke befindet sich ein Eiweiß, das eine allergische Reaktion hervorruft.

Indianerpflaster: Spitzwegerich mit Gras um den Daumen gewickelt
Spitzwegerich lindert den Juckreiz. Bildrechte: imago/blickwinkel

Die Ursache für Schwellungen und Juckreiz ist das Hormon Histamin, das unser Körper nach dem Stich zur Abwehr produziert. Durch Kratzen verteilt sich das Histamin noch weiter im Gewebe, es juckt noch mehr. Helfen kann ein Stichheiler oder Hitze-Stick: Mit einem kurzen Hitze-Schock von ca. 50 Grad werden die juckreizauslösenden Stoffe zerstört. Hilfe aus der Naturapotheke ist der Spitzwegerich. Wird das Blatt zerrieben, bildet sich ein Saft. Er wirkt abschwellend und lindert den Juckreiz. Tritt jedoch Fieber auf und schwillt die Einstichstelle stark an, sollte man sofort zum Arzt gehen.

Das schützt vor Mückenstichen

Lange Kleidung tragen!
Zum Stechen suchen sich Mücken Stellen mit nackter Haut oder dünner Bekleidung. Lange, dicht gewebte Kleidung kann deshalb vor Stichen schützen.

Anti-Insektensprays
Diese enthalten Duftstoffe, die die Mücken fernhalten.

Räume gut lüften!
Mücken reagieren auf das Kohlendioxid in unserer Atemluft. Ein offenes Fenster kann helfen, denn gut gelüftete Räume mit mehr Sauerstoff und  weniger Kohlendioxid ziehen Mücken weniger an.

Vor dem Schlafengehen duschen!
Neben der Atemluft werden Mücken von Lockstoffen in unserem Körpergeruch magisch angezogen. Sie können uns bis auf 50 Meter Entfernung riechen. Um die Mücken nachts fern zu halten, kann es deshalb helfen, vor dem Ins-Bett-Gehen zu duschen und den Geruch abzuspülen.

Ventilation
Auch ein Ventilator im Schlafzimmer kann Mücken vertreiben. Er wirbelt die Luft durcheinander. So fällt es der Mücke schwerer, sich zu orientieren und ihre Opfer aufzuspüren.

Räucherstäbchen, Pflanzen, Musik
Auch dass die Tiere den Geruch von Räucherstäbchen nicht mögen oder vor Tomaten- und Basilikumpflanzen Reißaus nehmen, ist bekannt. Doch asiatische Forscher wollen jetzt entdeckt haben, dass Mücken bestimmte musikalische Klänge gar nicht mögen und dadurch weniger aggressiv sind und sich auch weniger vermehren. Sie haben wohl sogar herausgefunden, dass eine bestimmte Musikrichtung abschreckend auf die Tiere wirkt: Am nervigsten für die Mücken ist offenbar die elektronische Dubstep-Musik des amerikanischen Musikers Skrillex.

Steckbrief Mücke Sie ist winzig klein, dafür aber äußerst blutrünstig: die Stechmücke. Weltweit gibt es 3.500 Stechmückenarten, in Deutschland sind etwa 50 davon heimisch.

Ihr häufigster Vertreter in Deutschland ist die Gemeine Stechmücke. Sie wird bis zu 15 Millimetern groß und lebt einige Wochen bis Monate.

Die weiblichen Mücken stechen und saugen Blut, nachdem sie sich gepaart haben. Männliche Mücken ernähren sich von Blütennektar. Die Paarungszeit ist von März bis Oktober.

Stechmücken gibt es überall an Gewässern, in Feuchtgebieten oder Sümpfen.

Der Mückenatlas - jeder kann Forscher werden

Welche Mückenarten es in Deutschland gibt und wie sie sich verbreiten, versucht Dr. Doreen Werner vom Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg zu beantworten. Jeder kann Mücken einschicken, deren Art dann bestimmt und deren Fundort in einen "Mückenatlas" eingetragen werden.

Allerdings ist draufhauen verboten! Entdeckt man eine Mücke, soll man sie in einem Behälter fangen und dann ins Gefrierfach legen. Die erfrorenen Mücken kann man dann per Post zum Beispiel in einer Streichholzschachtel an das ZALF senden.

Gut zu wissen Der 20. August ist der Welt-Moskito-Tag. Jedes Jahr wird an diesem Datum daran erinnert, dass der britische Arzt Sir Ronald Ross am 20.08.1897 herausgefunden hat, dass die weiblichen Stechmücken (engl.: Mosquitos) die Malaria-Erreger von Mensch zu Mensch übertragen können.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 19. Mai 2022 | 21:00 Uhr

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