Steigende Fallzahlen "Post Covid": die Krankheit nach Corona

Wer an Covid-19 erkrankt, kann noch Monate später an Symptomen leiden. Mediziner sprechen dann von "Long Covid" oder "Post Covid". Mittlerweile gibt es spezielle Post Covid-Ambulanzen für solche Fälle auch in Mitteldeutschland. Mediziner Dr. Thomas Dietz erklärt, was es mit "Post Covid" auf sich hat.

In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie mittlerweile mehr als 3,8 Millionen Corona-Fälle bestätigt. In vielen Fällen schien die Infektion nach zwei Wochen mit Fieber, Husten oder Kopfschmerz überstanden. Doch häufig sind die Beschwerden dann nicht vorbei - oder kommen zurück. Über Wochen und Monate können nach einer Corona-Erkrankung Spätfolgen auftreten, wie chronische Müdigkeit (Fatigue-Syndrom), Antriebslosigkeit, Taubheitsgefühle, Kopfschmerzen, Atemnot, Husten oder ein Druckgefühl auf der Brust. Experten nennen dieses Syndrom "Post Covid" oder "Long Covid". Es tritt etwa bei jedem zehnten Corona-Patienten auf.

Internationale Studien haben gezeigt, dass solche Symptome selbst nach leichten Corona-Verläufen auftreten können. Auch Thrombosen oder Lungenembolien, Konzentrationsstörungen, Depressionen oder der Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinns wurden beobachtet.

Was ist der Unterschied zwischen "Long Covid" und "Post Covid"? Laut einer Behandlungsleitlinie vom August 2021 ist der Begriff "Long Covid" zu verwenden, wenn Symptome mehr als vier Wochen lang fortbestehen. Zusätzlich empfehlen die Autoren der Leitlinie die Bezeichnung Post-Covid-Syndrom für Beschwerden, die auch zwölf Wochen nach Erkrankungsbeginn nicht verschwunden sind. Berücksichtig werden nicht nur die anhaltenden Krankheitszeichen, sondern auch Symptome, die neu auftreten, die aus der Behandlung resultieren sowie die Verschlechterung einer bereits zurvor bestehenden Grunderkrankung.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 20.8.2021

Für die Betroffenen ist das Leben nach Covid-19 nicht mit dem Leben vor der Infektion vergleichbar: Ihre körperliche Belastbarkeit sinkt teilweise massiv, viele leiden unter Gedächtnisstörungen, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses. Oft kommen Kurzatmigkeit und ein Druckgefühl auf dem Brustkorb hinzu.

Was tun, wenn Long-Covid-Symptome vermutet werden?

Zwei Menschen betrachten auf einer Intensivstation einen Monitor.
Post-Covid-Ambulanz an der Uniklinik Jena Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wer sich Sorgen über mögliche Long-Covid-Symptome macht, sollte seinen Arzt oder seine Ärztin kontaktieren, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Betroffene können behandelt werden. Da die Spätsymptome von Covid-19 aber sehr unspezifisch und manchmal schwer zu beurteilen sind, ist es ratsam, sich in einer der extra eingerichteten Post-Covid-Ambulanzen vorzustellen. Viele Universitätskliniken bieten sogenannte Post-Covid-19-Ambulanzen an, zum Beispiel die Uniklinik Leipzig oder die Uniklinik Jena.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 26. August 2021 | 17:00 Uhr

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