Rund um die Autobatterie Wenn das Auto nicht anspringt: Tipps für Batterie-Check und Starthilfe

Andreas Keßler
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Das Auto hat länger gestanden oder es wird nur für Kurzstrecken bewegt. Das ist nicht gut für ein langes Leben der Batterie – schon gar nicht in den kalten Monaten des Jahres. Bevor es also richtig ungemütlich wird und das Auto nicht mehr anspringt, weil die Batterie entladen ist, sollte sie gecheckt werden. Warum kommt es im Winter häufig zu Startproblemen? Liegt es immer an der Batterie? Das weiß Fachmann und Autopapst Andreas Keßler, der auch Tipps zum Überbrücken per Starthilfekabel gibt.

Eine Autobatterie hält im Durchschnitt vier bis sechs Jahre. Doch oft hat das Auto länger gestanden oder es wird nur für Kurzstrecken bis 15 Kilometer bewegt. Das ist nicht gut für ein langes Leben der Batterie – schon gar nicht, wenn die kalte Jahreszeit vor der Tür steht. Bevor es also richtig kalt und ungemütlich wird und das Auto nicht mehr anspringt, weil die Batterie tot ist, sollte sie daher gecheckt werden. 

Warum kommt es im Winter häufig zu Startproblemen?

Batterien altern: Das ist ein normaler chemischer Prozess, der durch die hohen Temperaturen unter der Motorhaube noch beschleunigt wird. Dadurch steigt der Innenwiderstand der Batterie an (sie wird "hochohmig") und ihre Leistungsfähigkeit sinkt. Im Winter laufen die elektrochemischen Lade- und Entladereaktionen aufgrund der niedrigeren Temperaturen langsamer ab als im Sommer, die Batterie wird langsamer geladen, und sie stellt weniger Leistung bereit.

Zusätzlich wird die Batterie in der kalten Jahreszeit durch leistungsfressende Geräte wie Heizheckscheibe, Sitzheizung, Gebläse und Beleuchtung belastet, die einen großen Teil des vom Generator erzeugten Stroms verbrauchen. Dadurch bleibt weniger Ladeleistung für die Batterie übrig. Hinzu kommt der Strombedarf für den morgendlichen Kaltstart, der vor allem bei Dieselmotoren im Winter deutlich höher ist. Auch die höhere Luftfeuchtigkeit, die im Herbst und Frühjahr in Nebelnächten oder durch Regen entsteht, kann der Batterie zusetzen, weil durch die Feuchtigkeit Kriechströme begünstigt werden, die die Batterie entladen.

Startprobleme: Liegt es immer an der Batterie?

Im ersten Moment denkt man natürlich, dass die Batterie leer ist. Um herauszufinden, ob das stimmt (oder ob stattdessen z. B. der Anlasser defekt oder schlecht angeschlossen ist), empfiehlt sich Starthilfe mit einem Starthilfekabel und einem anderen Auto, welches als Stromspender dienen muss.

Starthilfekabel an einer Autobatterie
Bei der Starthilfe wird erst das rote und dann das schwarze Kabel verbunden. Bildrechte: colourbox

Wenn die Kabel richtig angeschlossen sind, müsste der Anlasser freudig drehen und der Motor anspringen. Tut er das nicht (weil der Anlasser immer noch nicht dreht), kann es zwar immer noch an der Batterie liegen. In der Regel liegt das Problem dann aber an anderer Stelle.

Um die Batterie endgültig als Ursache zu diagnostizieren, bleibt nur ein Belastungstest beim Autoelektriker. Wenn die Batterie dabei nur als "leer" bezeichnet wird, reicht einfaches Aufladen mit einem geeigneten Ladegerät. Wenn der Batterie-Check eine defekte Batterie erkennt, hilft leider nur der Austausch.

Wie schließt man das Starthilfekabel richtig an?

Die Reihenfolge ist wichtig, um eine Funkenbildung zu vermeiden. Das heißt im Detail:

  1. Zuerst das rote Starthilfekabel an den Pluspol der entladenen Batterie anklemmen.
  2. Dann das andere Ende des roten Starthilfekabels mit dem Pluspol der Spenderbatterie verbinden.
  3. Das schwarze Kabel am Minuspol der Batterie des Spenderfahrzeugs befestigen.
  4. Anschließend das freie Ende des schwarzen Kabels an einer unlackierten Stelle im Motorraum des Pannenfahrzeugs befestigen, beispielsweise am Motorblock.

Starthlfe 2 min
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2 min

Hat das Auto lange gestanden oder wird es nur für kurze Strecken bewegt, ist das schlecht für die Batterie. Autopapst Andreas Keßler zeigt, wie ein Starthilfekabel um Überbrücken richtig angeschlossen wird.

MDR FERNSEHEN Do 10.11.2022 17:00Uhr 02:17 min

https://www.mdr.de/ratgeber/mobilitaet/video-autobatterie-leer-entladen-starthilfe-ueberbruecken-tipps-100.html

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Video

Vorher sollte man unbedingt einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen: Wenn der Hersteller einen speziellen Fremdstartpunkt für den Plus- und/oder Minuspol vorsieht, ist dieser zu benutzen.

Kann ich den Ladezustand der Batterie selbst prüfen?

Um den Ladezustand durch eine Ruhespannungsmessung zu prüfen, muss die Batterie nicht ausgebaut werden. Wenn die Batterie voll ist, muss ein zwischen den Batteriepolen angeschlossenes Spannungsmessgerät mindestens 12,6 Volt anzeigen. Bei 12,2 Volt ist die Batterie halb geladen und bei 11,9 Volt fast leer.

Zeigt das Messgerät weniger als 11 Volt an, sollte zunächst nachgeladen werden. Wenn die Batterie danach immer noch nicht "voller" ist, muss sie ausgetauscht werden. Die aussagefähigsten Messergebnisse werden mit einem professionellen Batterietester erreicht.

Bei Batterien, die nicht über moderne Labyrinthdeckel verfügen (sogenannte wartungsfreie Batterien), sondern noch aufschraubbare Stopfen zum Nachfüllen von Wasser haben, kann der Ladezustand auch mithilfe eines Säurehebers beurteilt werden. Dazu wird der Batterie Säure entnommen. Bei einer Säuredichte von 1,28 g/ml bis 1,25 g/ml ist sie vollgeladen, bei 1,24 g/ml bis 1,20 g/ml schwach geladen und bei 1,19 g/ml oder weniger tief entladen. Wenn hier das Ladegerät nicht für Besserung sorgt, sollte die Batterie erneuert werden.

Wichtiger Hinweis vom Autopapst Batteriesäure ist stark ätzend wegen der Schwefelsäure. Wer mit Batteriesäure hantiert, muss säurefeste Handschuhe und eine Schutzbrille tragen.

Rund ums Auto

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 09. November 2022 | 17:00 Uhr

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