Interreligiöser Kalender

Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im April 2021

Pessach, Karwoche und Ostern, Ramadan und Neujahrsfeste: Das sind nur einige der wichtigsten interreligiösen Feiertage im April 2021.

Ostern Osterschmuck Osterstrauß
Das Ei ist nicht nur Osterschmuck, sondern spielt auch im Jesidentum eine wichtige Rolle. Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

27. März bis 04. April: Pessach

(jüdisch)

Das jüdische Pessachfest, auch Fest der ungesäuerten Brote genannt, erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und wird acht Tage lang gefeiert. Während dieser Zeit ist es verboten, gesäuerte (gegorene) Getreideprodukte zu essen. Diese Tradition geht darauf zurück, dass die Israeliten vor ihrem Auszug aus Ägypten keine Zeit mehr hatten, Hefe- oder Sauerteig anzusetzen. Um die Wohnung von allem Gesäuerten zu befreien, findet vor Pessach ein gründlicher Hausputz statt.

Ungesäuertes Brot
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Anschließend wird das Pessachmahl zubereitet. Dazu gehören besondere Speisen wie drei ungesäuerte Brote, ein Gefäß mit Salzwasser, ein Mus aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein, ein Knochen mit gebratenem Fleisch und ein gekochtes Ei. Als symbolischer Nachtisch gehört ein Stück ungesäuertes Brot zum Pessachmahl. Das Brot wird von den Kindern versteckt und muss vom Hausherrn mit einem kleinen Geschenk ausgelöst werden.

01. bis 05. April 2020: Karwoche und Ostern

(christlich)

Ostern ist für viele Menschen ein Frühlingsfest mit Ostereiern, Osterhasen und Osterfeuer. Doch das Fest hat religiöse Wurzeln.

08. April: Hana Matsuri (Japan)

Mit dem Blumenfest Hana Matsuri feiern Buddhistinnen und Buddhisten in Japan die Geburt des Buddha. Er soll unter einem Regen von Blütenblättern aus den Händen himmlischer Nymphen geboren worden sein.

13. April bis 13. Mai: Ramadan

(muslimisch)

Am 13. April beginnt in diesem Jahr der muslimische Fastenmonat Ramadan. Muslimas und Muslime fasten dann 30 Tage lang. Erst nach Sonnenuntergang wird das Fasten unterbrochen. Dann treffen sie sich zu einem gemeinsamen Nachtmahl und zum Tarawih-Gebet in der Moschee. Diejenigen, die nicht in die Moschee kommen können, beten zu Hause.

Da sich der Islam am nur 354 Tage langen Mondkalender orientiert, fällt der Ramadan in jedem Jahr auf ein anderes Datum. Das Ende des Ramadans wird 2021 am 12. Mai mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens begangen. Dieses Fest ist nach dem Opferfest der höchste muslimisch Feiertag.

13. bis 15. April: Songkran / Wasserfest

(thai-buddhistisch)

Mit Songkran wird in Thailand der Beginn eines neuen Jahres gefeiert. Hierzu opfern die Gläubigen im Tempel Reis, Früchte und andere Speisen und "baden" die Buddha-Figuren und Tempelvorsteher vor Ort. Im Laufe der Geschichte haben sich diese rituellen Waschungen dahingehend entwickelt, dass sich zu Songkran alle Menschen gegenseitig aus Eimern, Flaschen oder Wasserpistolen mit Wasser übergießen.

Eine Frau schaut lächelnd hinter einer Buddhastatue hervor
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14. April: Çarşema Serê Salê / Jesidisches Neujahr

Mit dem Neujahrsfest erinnern Jesidinnen und Jesiden an die Erschaffung der Welt aus einem Ei. Gott soll die Erde als ein gefrorenes Ei geschaffen haben, dass der Erzengel Tausi Melek ("der Engel Pfau") zerbrochen, der Erde heraus geholfen und sie prachtvoll erblühen lassen haben soll. Das Fest findet am sogenannten "Roten Mittwoch" statt. Für die Farbe gibt es verschiedene Erklärungen. Eine ist, dass das Rot als Synonym für "bunt" und damit für die Pracht der erschaffenen Erde steht.

Das Neujahrsfest prägt den ganzen Monat: Gläubige dürfen im April keine Hochzeiten feiern, denn es gebe keine schönere Braut als den April.

14. April: Vaisakhi-Fest

(Sikhismus)

An diesem Tag feiern Sikh das Neujahrsfest. Am 14. April 1699 soll der 10. Guru Gobind Singh Ji seine Anhänger versammelt und die Gemeinschaft der Khalsa gegründet haben, die zum Wohl der Menschheit betet und arbeitet.

Die Sikh-Religion wurde im 15. Jahrhundert in Nordindien von Guru Nanak gegründet. Glaube und Philosophie der Religion schlagen eine Brücke zwischen Hinduismus und Islam. Sikh bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie Schüler.

20. April bis 01. Mai: Ridvan / Erklärung Baha'u'llahs

(Bahai)

Das Ridvan-Fest ist das größte und wichtigste Fest der Bahai. Es erinnert an die Verkündigung ihres Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridvan in der Nähe von Bagdad, der von allen Religionen verheißene neue Gottesoffenbarer zu sein. Die Freude darüber wird seit 1863 jedes Jahr zwölf Tage lang gefeiert. In diesen Tagen freuen sich die Gläubigen über einen geistigen Neubeginn, der allen Menschen auf der Erde Frieden bringen soll. Höhepunkt ist das Ridvan-Fest am 28. April.

21. April: Rama Navami

(hinduistisch)

Mit dem Fest Rama Navami feiern Hindus die Geburt von Rama, einer Inkarnation des Gottes Vishnu. Der Überlieferung zufolge hat er einen zehnköpfigen Dämon besiegt und damit die Stadt Ayodhya gerettet. Zu Ramas Geburtstag werden seine Heldentaten gelesen und im Kreise der Familie besondere Speisen gekocht. In Südindien reicht man dazu Rannagam, ein süß-saures Getränk.

Rama Navami Prozession
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27. April: Hanuman Jayanti / Geburtstag Hanumans

(hinduistisch)

Mit Hanuman Jayanti feiern Gläubige in Indien die Geburt des Gottes Hanuman. Hanuman zählt zu den populärsten Göttern im Hinduismus und gilt als treuer Helfer des Gottes Rama. Der Überlieferung zufolge besitzt auch er besondere Kräfte: Hanuman ist so schnell wie der Wind, so kraftvoll, dass er Berge und Wolken auseinanderreißen kann, er ist in der Lage, zu fliegen, und seine Gestalt zu verändern. In Darstellungen hat Hanuman meist die Gestalt eines Affen, weshalb Affen in indischen Tempeln oft Narrenfreiheit haben. Besonders die im Himalaya lebenden Hanuman-Languren werden als Inkarnation Hanumans angesehen und verehrt.

Den Geburtstag des Gottes begehen viele Gläubige mit einem heiligen Bad. Anschließen besuchen sie einen Tempel. Sie bestreichen das Bildnis Hanumans mit roter Farbe und schmücken es mit Blüten. Dabei singen sie seine Hymne, die so genannte Hanuman Chalisa, und lesen sich Geschichten aus dem Leben Hanumans vor.

Hanuman Jayanti
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29. bis 30 April: Lag BaOmer

(jüdisch)

Zwischen Pessach und Schawuot liegt eine 49-tägige Trauerzeit (Omerzeit). Sie erinnert an einen Krieg zwischen Römern und Juden im zweiten Jahrhundert nach Christus. Nach drei Jahren wurden die Juden niedergeschlagen (Bar-Kochba-Aufstand). Am 33. Tag der Omerzeit jedoch (Lag BaOmer) feiern Juden das Ende einer Seuche. Deswegen ist die Trauerzeit für einen Tag ausgesetzt. Die Omerzeit endet mit dem jüdischen Erntedankfest Schawuot (26.-18. Mai 2021).