Kanu | WM Kanuslalom-Weltmeisterin Herzog: "Schwierige Strecken liegen mir"

22 Jahre jung ist sie und schon zweifache Weltmeisterin: Kanutin Andrea Herzog. Nach ihrem Triumph am Wochenende bei der Kanu-Slalom-WM in Augsburg haben wir mit der Leipzigerin gesprochen.

Andrea Herzog (Kanu) 11 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die frischgebackene Weltmeisterin im Kanuslalom, Andrea Herzog, hat die Atmosphäre bei der Heim-WM in Augsburg sehr genossen: "Bei den Deutschen rasten sie einfach komplett aus. Alle werden angefeuert, aber die Deutschen einfach ein kleines bisschen mehr. Es ist so laut auf dem Wasser, man muss echt schauen, dass man bei sich bleibt. Das ist einfach Wahnsinn." Zumal sich die Besucher am Eiskanal, der bereits 1972 Austragungsort der Olympischen Spiele war, lautstark bemerkbar machen: "In Augsburg ist es so, dass die Zuschauer gegen die Banden klopfen können, das ist so laut, dass man den Sprecher gar nicht mehr gehört hat."

Im Gespräch mit "Sport im Osten" am Dienstag ließ die Leipzigerin die WM noch einmal Revue passieren. Nach Silber mit dem Canadier-Team zum Auftakt hatte die 22-Jährige am Sonntag im Canadier-Einer triumphiert. Nach ihrem dritten Platz im Halbfinale war ihr Gefühl für das Finale "ganz gut, denn es ist eine schwierige Strecke - und schwierige Strecken liegen mir, weil dort ein, zwei Fehler verziehen werden. Und man damit trotzdem noch eine Medaille holen kann. Und so war es am Ende dann auch, ich hatte ein, zwei kleinere Fehler, aber es hat am Ende trotzdem glücklicherweise gereicht."

Andrea Herzog an einem Hindernis
Andrea Herzog bei der WM in Augsburg Bildrechte: IMAGO / Oryk HAIST

Mit "kontrolliertem Risiko" zu Gold

Das lag nicht zuletzt an ihrem Schlussspurt, bei dem ihr die Vorbereitung zugute kam: "Wir haben wirklich viel da unten trainiert, uns auch auf die Kombination mit stark versetzten Abwärtstoren eingestellt." Harakiri fuhr Andrea Herzog, die in Meißen geboren wurde, nicht: "Es war kontrolliertes Risiko, weil man auch immer aufpassen muss, dass man nicht noch einmal ein Tor berührt, denn noch einmal zwei Sekunden obendrauf hätten nicht mehr zum Sieg gereicht. Du musstest den Grat zwischen Risiko und aggressiver, schneller Fahrweise finden."

 Weltmeisterin im Canadier-Einer Andrea Herzog jubelt über ihren Siegeslauf
Jubel bei Andrea Herzog Bildrechte: IMAGO/kolbert-press

Denkt sie an die letzten Meter des Rennens, dann geht der Athletin des Leipziger Kanu-Clubs das Herz auf: "Es ist immer noch Gänsehaut pur. Vor allem die letzten Tore, da habe ich noch einmal Gas gegeben und etwas mehr riskiert als im Halbfinale. Und dass es so ausgegangen ist, freut mich so wahnsinnig."

Zwei Wochen Urlaub vor dem Saisonendspurt in Europa

Nun freut sie sich aber auch auf zwei Wochen Urlaub, den sie zuhause verbringen wird und in dem zunächst auch noch einige Interviews anstehen werden. In dieser Saison stehen noch zwei Weltcups in Frankreich und Spanien auf dem Programm, ehe es nach London geht. Das Weltranglisten-Rennen dient als Vorbereitung für die WM 2023 an gleicher Stelle. Und dort wiederum werden die Olympia-Quotenplätze vergeben. Andrea Herzog peilt erneut den Olympia-Start an, keine Selbstverständlichkeit angesichts der starken deutschen Konkurrenz. 2021 war sie aus Tokio mit Olympia-Bronze nach Sachsen zurückgekommen.

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 02. August 2022 | 19:30 Uhr

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