Basketball | BBL Niners Chemnitz - Runderneuert und mit Demut in die Saison 2022/23

Die Niners Chemnitz haben in der Saison 2021/22 so manchen Basketball-Experten überrascht und überwiegend starke Leistungen aufs Parkett gezaubert. Höhenluft hat man deswegen nicht in Chemnitz. Im Gegenteil: Den Saisonstart wollen die Niners mit Demut angehen. Der beginnt im Übrigen mit etwas Verzug, da der Auftakt in Göttingen verschoben wurden. Daher geht es für die Sachsen erst am 4. Oktober los. Wie der Stand der Mannschaft ist, zeigt der Teamcheck von "Sport im Osten".

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Die jüngere sportliche Vergangenheit der Niners Chemnitz war äußerst erfolgreich. In ihre nun dritte Bundesliga-Saison in Folge gehen die Sachsen mit viel Vorfreude, aber auch mit Demut. Das Ziel ist vor allem, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. In der Tabelle darf es aber auch gern wieder so weit hochgehen, wie im letzten Jahr, als man Sechster wurde. Sportlicher Vater des Erfolgs ist Trainer Rodrigo Pastore, der dieses Jahr wieder die Aufgabe hat, aus vielen neuen Einzelspielern, ein schlagkräftiges Team zu formen. Viel Eingewöhnungszeit haben die Niners nicht, denn nicht nur die Bundesliga wartet auf die Chemnitzer, sondern auch die Teilnahme am FIBA Europe Cup.

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Steffen Herhold, Geschäftsführer Niners Chemnitz, im Interview Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Mi 28.09.2022 12:31Uhr 02:11 min

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Für die Fans ist die Doppelbelastung schön, denn so gibt es Spiele gegen attraktive internationale Gegner. Auch der Kader wartet mit so manchem Neuzugang mit Star-Potenzial auf. Das lässt den großen Aderlass am Spektakel-Kader der vergangenen Saison ein wenig verschmerzen.

Saison 2021/22 - Niners-Basketball, der begeistert

Die Niners Chemnitz können auf eine beachtliche zweite Bundesliga-Saison zurückblicken. Die Sachsen beendeten die Spielzeit nach 22 Siegen und 12 Niederlagen auf Platz sechs, was die sichere Playoff-Teilnahme bedeutete. In den Playoffs schieden die Niners im Viertelfinale gegen den FC Bayern aus. Im BBL-Pokal feierte die Mannschaft von Rodrigo Pastore den bisher größten Erfolg und zog nach einem 85:80 gegen den FC Bayern ins Halbfinale ein. Dort war dann allerdings Schluss gegen Alba Berlin.

Die Mannschaft begeisterte über die Chemnitzer Stadtgrenzen hinaus mit ihrem attraktiven Spielstil. Die Spieler von Rodrigo Pastore ließen den Ball in der Offensive stets gut laufen und untermauerten den häufig bleibenden Eindruck durch eine äußerst athletische Spielweise. "Die Niners machen einfach Spaß", war eine verbreitete Einschätzung der Pastore-Truppe. Was auch beachtlich war: Die Niners hatten die zweitbeste Verteidigung.

Chemnitz Niners - Telekom Baskets Bonn, Rodrigo Pastore (Headcoach), Niners Chemnitz, Jonas Richter
Rodrigpo Pastore mit seinem neuen Kapitätn Jonas Richter. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Alexander Trienitz

Kader - Ist der Umbruch zu groß?

Der Kader hat nach der starken Saison 2021/22 Begehrlichkeiten geweckt und dadurch im Sommer viel Qualität verloren. So ist beispielsweise der wichtige Forward Jan Niklas Wimberg zum FC Bayern gewechselt und auch Publikumsliebling Isiaha Mike, der die Fans immer wieder durch spektakuläre Aktionen aus den Sitzen holte, geht nicht mehr in Chemnitz auf Korbjagd. Weitere namhafte Abgänge sind: Darion Atkins, Trent Lockett, Eric Washington und Frantz Massenat, die in der vergangenen Saison allesamt wichtige Minuten für die Niners ablieferten. Als wichtige Stütze ist Mindaugas Susinskas geblieben - der technisch versierte Power Forward, der zudem knapp 50 Prozent seiner Dreier-Versuche trifft.

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Steffen Herhold, Geschäftsführer Niners Chemnitz, im Interview Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Mi 28.09.2022 12:44Uhr 01:08 min

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Die Hoffnung ist, dass es Coach Pastore gelingt, mit einigen interessanten Neuzugängen, ein ähnliches Leistungspotenzial auf das Parkett zu bringen, wie in der vergangenen Saison. Allen voran steht der neue Combo-Guard Matt Mooney, der in seiner Vita immerhin fünf NBA-Einsätze für die Cleveland Cavaliers und New York Knicks stehen hat. Der 27-Jährige kann ein Spiel übernehmen und mit seinem Scoring und guten Pässen einen gewaltigen Stempel aufdrücken. Mooney ist ein echter Leader und wird dem Chemnitzer Spiel mit seinem hohen Basketball-IQ guttun. Ein weiterer Schlüsselspieler soll Shonn Miller werden. Mit seiner Rebound-Stärke und einem Händchen für das Blocken von Würfen ist er nicht nur ein solider Verteidiger, sondern hat durch seinen guten Wurf aus der Zone und von jenseits der Dreier-Linie auch offensiv einiges zu bieten.

Als defensive Allzweck-Waffe ist Aher Uguak angedacht, der mit 2,01 Metern Körpergröße, enormer Athletik und viel Durchsetzungsvermögen als herausragender Verteidiger gilt. Point Guard Arnas Velicka wird das Spiel der Niners lenken. Dem 22-Jährigen fehlt es zwar noch etwas an Erfahrung, von den Fähigkeiten ist er allerdings schon jetzt ein kompletter Spieler, der viele wichtige Minuten als Spielmacher liefern wird. Ihm zur Seite steht Publikumsliebling Nelson Weidemann. Als Kapitän führt künftig der Ur-Chemnitzer Jonas Richter die Niners aufs Parkett. Der 25 Jahre alte Center folgt auf die bisherige Identifikationsfigur Malte Ziegenhagen, der seine aktive Karriere nach sechs Jahren in Chemnitz beendet hat.

Die Spieler der Niners Chemnitz jubeln
Malte Ziegenhagen hat seine Basketball-Karriere beendet. (Archiv) Bildrechte: IMAGO/Eibner

Trainer Rodrigo Pastore - Kontinuität an der Seitenlinie

Bei den Niners hat Trainer Rodrigo Pastore seit 2015 das Sagen. Auf Anhieb entwickelte er die Mannschaft zu einem Spitzenteam in der ProA und stellte beispielsweise in der Saison 2019/20 mit 22 Siegen in Folge ein Liga-Bestmarke auf. Der Aufstieg gelang 2020 als Chemnitz in der Corona-verkürzten Saison auf Platz eins stand.

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Steffen Herhold, Geschäftsführer Niners Chemnitz, im Interview Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Mi 28.09.2022 11:54Uhr 01:47 min

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Der Start in die Bundesliga war dann alles andre als rosig. Die ersten sechs Spiele gingen verloren, auf den ersten Sieg in der Chemnitzer Bundesliga-Geschichte mussten die Niners-Fans bis zum 18. Dezember 2020 warten. Ab dann kannte der Weg unter Pastore nur eine Richtung: Nach oben. In der vergangenen Saison erreichte der 50-Jährige dann das Bundesliga-Viertelfinale und das Halbfinale des BBL-Pokals. Der Spielstil des begnadeten Trainers: starke Team-Defensive und Pick'n'Roll-lastige Offensive. Ob der auch international fruchtet, zeigt sich in der neuen Saison.

Erwartungen an die Saison 2022/23

Die Niners sehen sich für ihre dritte Bundesliga-Saison gut gewappnet. Zwar hat es im Team einen enormen Umbruch gegeben, dennoch glauben die Verantwortlichen, erneut eine schlagkräftige Truppe geformt zu haben. Geschäftsführer Steffen Herhold formuliert das Saisonziel in der Zeitschrift BIG wie folgt: Man würde sich in Chemnitz darüber freuen, wieder in die Playoffs und das Pokal-Top-Four einzuziehen, aber "wir wären schon glücklich, wenn wir erst mal eine stabile Saison spielen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden." In Chemnitz geht man die Spielzeit also nicht blauäugig an und gibt den Erfolg des Vorjahres als möglicherweise illusorisches Ziel aus. Vielmehr gehe es darum, sich auf einem gewissen Niveau zu etablieren, so Herhold weiter.

Was auch neu sein wird: Die Niners werden trotz des Dämpfers in der Champions-League-Qualifikation international spielen. Und zwar im FIBA Europe Cup. Die Auswirkungen der Doppelbelastung werden mitentscheidend sein, wie sich Chemnitz in der Saison zurechtfindet. Auch die Mannschaft muss erst noch den richtigen Rhythmus entwickeln und das passintensive Spielsystem von Pastore verinnerlichen.

In Bedrängnis werden die Niners in der Liga nicht geraten, dafür ist der Kader zu gut besetzt. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich das Team im Laufe der Saison zu einer gut funktionierenden Einheit entwickelt und mit dem bekannten Hype-Faktor am Ende wieder die Playoffs erreicht. Spannend ist schon jetzt ein Blick auf die Saison 2023/24, denn ein beachtlicher Teil des Teams hat Verträge bis 2024. Finden die Spieler in dieser Saison zusammen, kann das eingespielte Team im Jahr darauf dann so richtig für Furore sorgen.


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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 27. September 2022 | 21:45 Uhr

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