Fußball | Bundesliga Professionalisierung der Frauen-Bundesligen: Jena sieht große Kluft zwischen 1. und 2. Liga

Die Frauen-Bundesligen sollen attraktiver werden. Der DFB-Bundestag beschloss dafür "Leitplanken". Das stößt bei Carl Zeiss Jena auf Zustimmung, aber auch auf Skepsis. Der Unterschied zwischen den Ligen sei zu groß.

Eine Eckfahne mit dem Logo der Flyeralarm Frauen-Bundesliga in Regenbogenfarben
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Der deutsche Frauen-Fußball soll professionellere Bundesligen erhalten. Das geht aus einem Antrag des Ausschusses Frauen-Bundesligen hervor, dem der DFB-Bundestag Anfang März gefolgt ist. Bis 2025 sollen "Leitplanken zur Stärkung der Bundesligen" geschaffen werden, um eine schnellere und nachhaltigere Entwicklung in den Bereichen Marketing, Medien und Spielbetrieb zu schaffen. Heißt: mehr TV-Präsenz, Stärkung der finanziellen und personellen Ressourcen.

"Die Delegierten des DFB-Bundestages haben mit ihrer Zustimmung eine klare Haltung zur Entwicklung des Profifrauenfußballs in Deutschland gezeigt und damit einen zukunftweisenden Weg für unsere Frauen-Bundesligen geebnet", erklärte Siegfried Dietrich, Vorsitzender des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen.

Jena positiv gestimmt und skeptisch

Auch beim FC Carl Zeiss Jena, aktuell einziger mitteldeutscher Vertreter in der Bundesliga, steht man dem Thema positiv gegenüber, schränkt aber ein: "Es bleibt nun abzuwarten, was das für uns in der Praxis bedeutet." Ein erhöhte TV-Präsenz erwartet Jena vor allem auch von den Öffentlich-Rechtlichen. "Eine Aufstockung im personellen Bereich ist ebenfalls lobenswert, bei vielen Vereinen, so auch bei uns, ist der Personenkreis, der sich um die Belange der Frauenmannschaft kümmert, im Vergleich relativ klein. Und am Ende geht es, so wie überall, ums Geld", erklärte Jenas Medienverantwortlicher Hannes Seifert.

Svenja Paulsen und Torhueterin Inga Schuldt (Jena) enttaeuscht
Jena vor dem Abstieg: Svenja Paulsen und Torhüterin Inga Schuldt enttäuscht Bildrechte: IMAGO / Karina Hessland

Kleinere Vereine haben es immer schwerer

Das größte Problem der Bundesligen ist nach Ansicht des FCC die wachsende Kluft zwischen der 1. und 2. Liga. Was auch an dem steigenden Investment von Vereinen liegt, die den Frauenfußball bisher eher vernachlässigt haben. In den vergangenen neun Jahren machten der VfL Wolfsburg und der FC Bayern München den Titel untereinander aus. Zuletzt hatte der 1. FC Union Berlin bekundet, die Frauenfußball-Abteilung deutlich zu professionalisieren, mit dem Ziel, in die Bundesliga aufzusteigen. "Obwohl wir nun unter dem Dach des FCC stehen, gehören wir weiterhin zu den kleineren Vereinen mit geringeren Möglichkeiten. Es ist leider abzusehen, dass wir wieder absteigen", so Seifert.

Klara Bühl, FC Bayern München, 17 Schuß aufs Tor und Sakina Karachaoui, Paris Saint-Germain, 7
Eine andere Welt: FC Bayern München am Dienstag (22.03.2022) in der Champions League vor 13.000 Zuschauern gegen Paris St. Germain. Bildrechte: IMAGO/Passion2Press

rei

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

RB-Leipzig-Trainer Marco Rose im Interview nach dem Testspiel gegen AC Horsens
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Nach dem 2:1 im Testspiel gegen Horsens (Dänemark) äußerte sich RB Leipzigs Trainer Marco Rose über den neuen Sport-Geschäftsführer Max Eberl.

Fr 02.12.2022 16:58Uhr 00:29 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-marco-rose-max-eberl-rb-leipzig-100.html

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