Fußball | Bundesliga RB-Trainer Marco Rose zieht erstes Zwischenfazit: "Coole Geschichte"

Knapp zweieinhalb Monate ist Marco Rose jetzt Cheftrainer von RB Leipzig. Wie er die ersten Bundesliga-Wochen in seiner Heimatstadt erlebt hat, welchem Verein sein Vater inzwischen die Daumen drückt und worauf er sich bei der umstrittenen WM in Katar konzentrieren wird, hat er im Interview mit "Sport im Osten" verraten.

Marco Rose 3 min
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Marco Rose ist angekommen bei RB Leipzig – bei dem Bundesliga-Verein seiner Heimatstadt. Der 46-Jährige sah seine Geburtsstadt in den letzten Jahren immer als Rückzugsort. Als Trainer in Mönchengladbach oder Dortmund pendelte er regelmäßig nach Hause und wollte dort seine Ruhe und nicht ständig als Trainer der Vereine aus Nordrhein-Westfalen angesprochen werden.

Anfang September dieses Jahres entschied er sich dann für den beruflichen Schritt in Richtung seines Ruhepols Sachsen, und das hat nicht nur den neuen RB-Trainer gefreut. "Wer es mit Leipzig und mit RB hält, für den ist es sicherlich eine coole Geschichte", sagte Rose. Selbst sein Vater, der zuvor HSV und Lok-Anhänger war, sei inzwischen RB-Fan geworden. Der berufliche Status des Sohnes spielt bei diesen "Farbwechseln" immer eine große Rolle, der Grund sei jetzt aber auch, weil der Vater "die Mannschaft gerne spielen sieht", so Rose.

RB Leipzig gewinnt fast jedes Spiel unter Rose

Leipzig spielt unter Rose tatsächlich einen Fußball, der Spaß macht. Davon konnte man sich in den Monaten seit seines Amtsantritts regelmäßig überzeugen. Von den 16 Pflichtspielen unter Rose hat RB Leipzig zwölf gewonnen, darunter auch ein Sieg gegen Real Madrid, und nur zwei verloren. Der Punkteschnitt von 2,38 ist eindrucksvoll und untermauert die hohen Ambitionen, die Trainer und Verein gleichermaßen haben. Gepaart mit Roses neuer heimischer Wohlfühl-Atmosphäre scheint das die ideale Kombination für Erfolg zu sein. "Es fühlt sich bis hierhin richtig und gut an", zieht Rose ein erstes Fazit.

Mannschaft und Fans von RB Leipzig jubeln.
Ein Highlight in Roses bisheriger Amtszeit in Leipzig war das 3:2 gegen Real Madrid in der Champions League. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Picture Point LE

In zehn Jahren von Lok Leipzig zu RB Leipzig

Das war in seiner Karriere nicht immer so. Schwierige Situationen und Entlassungen gehören im Profi-Geschäft dazu. Insgesamt war der Weg vom Trainerstuhl bei Lok Leipzig im Jahr 2012 bis hin zu RB Leipzig aber ziemlich eben. Und mit knapp zehn Jahren vor allem sehr kurz. "Ich hatte damals keinen Karriereplan. Aber jetzt Trainer bei RB Leipzig zu sein – mit den Zwischenstationen – hat dazu geführt, dass ich mächtig grau geworden bin und ein paar Haare verloren habe. Aber mein Job macht mir mächtig Spaß."

Cheftrainer Marco Rose (BVB) und U23-Trainer Enrico Maaßen (BVB)
Marco Rose noch als Cheftrainer von Borussia Dortmund. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Uwe Kraft

Mit Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft zum Erfolg

Den Job geht Rose mit Leidenschaft und Intensität an und mit einer klaren Vision vom Erfolg. Das Wichtigste dabei sind "seine Jungs", betont Rose. Auf die lasse er nichts kommen. Dafür erwarte er aber auch viel von ihnen. Allem voran "Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft". Dem Ziel, guten und erfolgreichen Fußball zu spielen, werde aber alles untergeordnet. Was Rose dabei nie vermissen lassen will: eine gute Portion "Gelassenheit und der Glaube an die eigene Stärke."

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Rose: Verletzter "Nkunku wird stark zurückkommen"

Diese Aspekte bringt Rose täglich mit auf den Trainingsplatz, auch wenn es dort momentan etwas ruhiger ist. Sieben Spieler sind bei der WM in Katar dabei. Vor dem Turnier gab es für RB immer wieder Hiobsbotschaften. Nicht nur Timo Werner wird das Turnier verletzt verpassen, sondern auch RB-Star Christopher Nkunku.

"Für jeden Spieler, der den Sprung sportlich zur WM geschafft, ist das natürlich maximal bitter", fühlt Rose mit seinem Schützling, der vergangenen Saison zum Spieler der Saison gekürt wurde. "Er war top drauf und hat so stabil gewirkt. Von uns wird er jede Unterstützung erfahren. Wir werden ihn darauf vorbereiten, dass er wieder top performt. Er wird stark zurückkommen, da bin ich sicher."

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WM in Katar: Rose fordert langfristigen Dialog

Die Diskussionen um die WM sind natürlich auch an Marco Rose nicht vorbeigegangen. Zum Thema Boykott hat er eine klare Meinung: "Wir alle sind uns einig, dass die WM möglicherweise nicht in Katar stattfinden sollte. Ich glaube aber auch, dass die Diskussionen drumherum, wenn man über Boykott redet, nicht zwingend dazu beitragen, dass man die Umstände, über die man dort diskutiert, verbessert." Nach Ansicht von Rose sollte das Thema offensiv angegangen werden, indem man in den Dialog geht und auf Missstände aufmerksam macht. Aber nicht nur während der WM. Dafür hätte man schon 12 Jahre Zeit gehabt, so Rose.

Was der Trainer nicht gut findet, ist dass von Spielern Aktionen verlangt werden: "Als die WM vergeben wurde, war David Raum (Linksverteidiger RB Leipzig, Anm. d. Red) erst 12 Jahre alt. Jetzt soll er dahin fahren und ein Statement abgeben". Die Jungs seien in erster Linie dort, um guten Sport abzuliefern. "Das darf man auch nicht vergessen."

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RB-Trainer Rose
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RB-Leipzig-Trainer Marco Rose sah beim 1:1 seiner Mannschaft gegen den FC Bayern München zwei unterschiedliche Halbzeiten. Am Ende habe RB sogar die Chance zum Sieg gehabt.

Sa 21.01.2023 11:22Uhr 03:50 min

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RB-Torschütze Halstenberg
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 20. November 2022 | 21:45 Uhr

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