Sa 04.12. 2021 11:45Uhr 29:43 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Christbaumschmuck aus Lauscha – Illusionen aus Glas

Film von Kathrin Welzel

Komplette Sendung

Sendungsbild 30 min
Heute wie früher entsteht echter gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha direkt vor der Lampe, wie der Gasbrenner hier genannt wird. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
MDR FERNSEHEN Sa, 04.12.2021 11:45 12:15

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Alle Jahre wieder: Der Weihnachtsbaum steht, wohlgeformt, etwas nackt. Wie jedes Jahr taucht dann die Frage auf: Was an den Baum hängen? Seit Mitte des 19. Jahrhunderts liefern Lauschaer Glasbläser dazu Ideen.

Gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha vor der sogenannten Lampe, dem Gasbrenner
Heute wie früher entsteht echter gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha direkt vor der Lampe, wie der Gasbrenner hier genannt wird. Die Geschichte des Weihnachtsschmucks reicht 170 Jahre zurück. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Gläserne Christbaumkugel wird in Lauscha geblasen
Mitte des 19. Jahrhunderts hatten Lauschaer Glasbläser die Idee und die technischen Möglichkeiten, statt kleiner Perlen größere Christbaumkugeln zu blasen. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Gläserne Früchte als Christbaumschmuck aus Lauscha
Mit kleinen gläsernen Früchten begann die Geschichte des Christbaumschmucks aus Lauscha. Aus einer anfänglichen Idee wurde Tradition. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha an einem Kleid
Und manchmal landet gläserner Christbaumschmuck eben nicht am Baum, sondern am Kleid. Die Schüler der Berufsfachschule Glas in Lauscha zeigen, dass auch das äußerst glanzvoll sein kann. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha vor der sogenannten Lampe, dem Gasbrenner
Heute wie früher entsteht echter gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha direkt vor der Lampe, wie der Gasbrenner hier genannt wird. Die Geschichte des Weihnachtsschmucks reicht 170 Jahre zurück. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Einfacher gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha
Die Anfänge des glitzernden Baumschmucks sind eher unscheinbar. Heute hängen die leuchtenden Kugeln beinahe in jedem Wohnzimmer. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Glasglocken aus Lauscha werden im Ofen gewärmt
Nach dem Verspiegeln aalen sich die Glasglocken in der Ofenwärme und strahlen dann silbern von Innen heraus. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha wird vor einer Gasflamme bearbeitet
Es fasziniert immer wieder, wenn das soeben noch spröde Glas in der Flamme zerfließt und neue, filigrane, dünnwandige Formen annimmt. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
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Vorsichtig wird der Pappkarton vom Dachboden getragen. Der Deckel klemmt ein bisschen. Das dünne Papier raschelt und ganz vorsichtig fassen wir zu - hängen rote Kugeln, silberne Glocken oder buntschimmernde Vögel an den Tannenbaum.

Kaum einer kann sich zur Weihnachtszeit dem Zauber des gläsernen Christbaumschmuckes entziehen. An ihm hängen Kindheitserinnerungen, Familientraditionen und das Wohl und Wehe eines kleinen Thüringer Dörfchens - Lauscha. Hier steht die Wiege des gläsernen Christbaumschmucks. Vor gut 170 Jahren begannen Lauschaer Glasbläser, Kugeln vor Gasflammen zu formen. Ein Industriezweig entstand. In fast jedem Haus wurde das Wohnzimmer zur Arbeitsstube. Jeder musste mit ran, um die Illusionen aus Glas zu fertigen - vom Kind bis zur Großmutter.

Lauschaer Christbaumschmuck eroberte die Welt, hing an deutschen, englischen und vor allem amerikanischen Weihnachtsbäumen. Lauscha wurde zum Synonym für den festlich geschmückten Baum. Was das mit dem örtlichen Gaswerk und dem Amerikaner Woolworth zu tun hat, mit Botenfrauen und Verlegern, mit Perlen und Blei, mit Spießkist' und Lampe, das hängen wir an die große glänzende Weihnachtsglocke.

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