Zahngesundheit Metastudie: Was der Familien-Geldbeutel mit Karies zu tun hat

Der finanzielle Hintergrund einer Familie schlägt sich auf die Zähne nieder und zwar sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen. Besonders auf Kinderzähne in gut situierten Haushalten.

Mädchen mit schlecht gepflegten Zähnen
Bildrechte: imago/Hubert Jelinek

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Familieneinkommen und dem Zustand der Zähne im Haushalt? Offenbar schon und er ist anders, als man vielleicht erwarten würde. Kinder aus wohlhabenden Familien haben einer australischen Metastudie zufolge mehr Karies und Abnutzungserscheinungen als Kinder in finanziell weniger gut gestellten Familien.

Säure aus Säften schadet (nicht nur Kinder-) Zähnen

Mutter und Tochter fruen sich über ein Glas Fruchtsaft
Obstsäfte: Für die Zahngesundheit auch nicht besser als sprudelnde Softdrinks Bildrechte: imago/PantherMedia / Anna Omelchenko

Studienleiter Dr. Khaled Ahmed hat dafür mehrere Erklärungen: Ein Grund ist offenbar, dass in wohlhabenden Familien mehr Soft-Energydrinks sowie abgepackte Fruchtsäfte getrunken werden als in Familien mit weniger Geld. In Ländern mit einer Zuckersteuer wie in Großbritannien werde dann zwar weniger Kohlensäurehaltiges getrunken, stattdessen aber mehr Fruchtsäfte. Dass deren Säuregehalt Zähnen auch schadet, dafür fehle in der Öffentlichkeit noch das Bewusstsein, führt Forscher Ahmed aus. Die Zähne von Kindern aus Familien mit knappen Budgets hatten in jungen Jahren dagegen weniger Abnutzungserscheinungen.

Was die Zähne im Erwachsenen-Alter zeigen

Im Erwachsenenalter zeigt sich dann ein umgekehrtes Bild: In finanziell gut gestellten Familien ernähren sich Erwachsene gesünder, achten besser auf ihre Zahnhygiene, können sich medizinische Maßnahmen und Schäden rechtzeitig behandeln lassen. Anders dagegen sieht es aus bei Erwachsenen mit niedrigerem sozioökonomischem Status. Die Metastudie zeigte eine höhere Wahrscheinlichkeit für Schäden an Zähnen, und zwar durch schlechte Ernährung, medizinische Grunderkrankungen wie Sodbrennen, Essstörungen, Stress, Depressionen und eingeschränktem Zugang zu zahnärztlicher Versorgung.

Welche Daten wurden verwendet?

Für die Überblicksstudie wurden 65 Forschungsarbeiten mit knapp 65.000 Patienten aus 30 Ländern analysiert, darunter allerdings nur sieben aus Ländern mit niedrigen Haushaltseinkommen. Für Studienautor Dr. Khaled Ahmed zeigen die Ergebnisse dennoch, dass Wissen über Mundhygiene ein Thema ist, bei dem in der Bevölkerung generell noch viel Luft nach oben ist.

Link zur Studie

Die Studie "Tooth wear and socioeconomic status in childhood and adulthood: Findings from a systematic review and meta-analysis of observational studies" wurde im Journal of Dentistry veröffentlicht.

(lfw)

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