Impfempfehlung Warum Schwangere sich jetzt gegen Grippe impfen lassen sollen

Frauenärzte rufen Schwangere zur Grippeschutz-Impfung auf. Denn ihr Immunsystem ist während der Schwangerschaft im Ausnahmezustand und braucht besondere Hilfe. Und in diesem Jahr ist die Impfung besonders wichtig.

Eine Mutter steht mit ihrer Tochter unter Regenschirmen im Regen.
Herbstzeit ist Grippezeit. Und die kann für Schwangere besonders gefährlich werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/ANP

Lasst euch nicht nur gegen das neuartige Coronavirus impfen, sondern auch gegen die Grippe. Dazu rufen Frauenärztinnen wie Cornelia Hösemann auf. Sie nennt zwei Gründe dafür:

Das eine ist, wir haben gefühlt jeden Tag mehrmals zur Covid-Erkrankung zum Pandemiegeschehen Informationen erhalten und haben ein bisschen aus dem Blick bekommen, dass wir für unsere Gesundheit ja auch noch andere Impfungen zur Verfügung haben und dass diese wieder in den Fokus müssen.

Dr. Cornelia Hösemann, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Immunsystem ist aus der Übung

Das Zweite sei unser Verhalten während der Pandemie. Maske, Abstand, wenige Kontakte haben unser Immunsystem aus der Übung kommen lassen. Bei werdenden Müttern kommt noch hinzu, dass ihr Immunsystem von Natur aus runtergeregelt wird. Prof. Fred Zepp, Kinder- und Jugendmediziner erklärt, warum das geschieht.

Wenn wir uns mal jetzt in die Situation des ungeborenen Kindes begeben muss man verstehen, dass aus Sicht des mütterlichen Immunsystems das Kind aussieht wie ein Fremdtransplantat.

Prof. Fred Zepp, ehem. Direktor Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uni Mainz

Genetisch entspreche es ja zur Hälfte der Struktur des Vaters, von dem es die Hälfte seines Erbgutes bekommen hat, so Sepp. Und das bedeute, dass das Immunsystem der Mutter und auch das Immunsystem des noch ungeborenen Kindes, das sich entwickelt, "in dieser abschließende Phase der Schwangerschaft eingeschränkt, nach unten reguliert" sei, damit es nicht von der Mutter her zu einer Abstoßung des Kindes kommen kann.

Schwangere haben erhöhtes Infektionsrisiko

Das sei auch der Grund, warum Schwangere am Ende der Schwangerschaft ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, sowohl für Grippeinfektionen als auch für Sars-Cov-2. Also impfen? Iris F. Chaberny, Direktorin Institut für Hygiene, Krankenhaushygiene und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Leipzig sagt: Unbedingt!

Weil wir momentan ein Phänomen sehen: viele Kinder, viele Jugendliche erkranken nicht an Sars-Cov-2, sondern an allen anderen Infektionen.

Prof. Dr. Iris F. Chaberny, Instituts-Direktorin, Uniklinikum Leipzig

Das bedeutet nicht nur, so Chaberny, dass jede Menge Viren im Umlauf sind, sondern dass die Immunsysteme der Personen sich noch gar nicht sich damit auseinander setzen konnten. Eine Erkrankung sei weitaus bedrohlicher für das Neugeborene, als die Impfung, sagen Ärzte. Gegen Grippe können sich Schwangere übrigens jederzeit impfen lassen. Zeitliche Einschränkungen gibt es nicht. Ab der 20. Schwangerschaftswoche empfiehlt die ständige Impfkommission auch einen Schutz vor Corona durch eine Impfung.

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