Klimaschutz C02-Vermeidung: Wenn jeder was tut, tut sich viel

Achtung, allgemeines Augenrollen: Wir müssen unseren Lebensstil ändern, keine Lebensmittel mehr verschwenden, keinen unnötigen Verkehr verursachen. Also alle mehr für die Umwelt und gegen den Klimawandel tun. So richtig mag es niemand mehr hören, man müsste in Asien anfangen und überhaupt, was kann einer allein schon ausrichten. Diese Diskussion führt nun das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln weiter und beweist nachdrücklich: Sogar ohne große Umstellung können wir sehr viel bewegen.

Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen viele – dieser ja eher genossenschaftliche Gedanke ist nun auch bei den Wirtschaftsinstituten angekommen. Der Klimawandel geht jeden etwas an, meint auch Sarah Fluchs, Ökonomin am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Fluchs und ihre Kolleginnen und Kollegen studierten frei zugängliche Daten vom Umweltbundesamt und fanden heraus: Ohne großartig etwas zu ändern, können wir unsern ökologischen Fußabdruck erheblich verkleinern. Sie sagt, beispielsweise verursache Rindfleisch etwa 30 Kilogramm CO2 pro Kilo Fleisch, Geflügel- und Schweinefleisch etwa vier Kilo CO2 pro Kilo Fleisch. Vergleicht man das zum Beispiel mit der gleichen Menge Soja, entstehen dabei nur 1,2 Kilo Treibhausgase. Das ist ein Bruchteil der Treibhausgase, die durch die Fleischproduktion anfallen: "Was wir uns jetzt angeschaut haben, ist, wenn jeder Deutsche 20 Prozent weniger Fleisch isst und im Durchschnitt ein- bis zweimal pro Woche auf Fleisch verzichtet, könnte er in etwa 120 Kilo CO2 im Jahr einsparen", so die Ökonomin.

Und damit kann man weiter rechnen: Würde jeder Bundesbürger auf 20 Prozent seines Fleischkonsums verzichten, wären das auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet knapp zehn Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das entspricht rund einem Drittel des jährlichen deutschen Flugverkehrs. In Nicht-Pandemie-Zeiten verursacht der 30 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Aber man kann auch anderer Stelle sparen, sagt Sarah Fluchs, nämlich bei der Kleidung. Wenn man anstelle Stelle eines neuen Kleidungsstücks ein Second-Hand-Kleidung-Stück kauft, bringt das aufs Jahr gerechnet 140 Kilo CO2 Ersparnis pro Person.

Wo alle CO2 sparen können

Die Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln schauten auch auf das Einsparpotential bei Inlandsflügen. Dass sich da eine gemütliche Zugfahrt von Berlin nach München echt auszahlt, ist hinlänglich bekannt. 270 Kilogramm CO2 Einsparung pro Strecke macht das aus: Das sind mehr als 55.000 Luftballons gefüllt mit schädlichen Treibhausgasen. Zuletzt schauten Sarah Luchs und ihr Team auf die Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten.

Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nicht "tödlich ab"

Lebensmittel, die weggeschmissen werden verbrauchen doppelt Energien, schließlich essen die Leute ja trotzdem. Trotz Aufklärung enden immer noch viel zu viele Lebensmittel in der Tonne. Da wird das Wort "Mindesthaltbarkeitsdatum" schon mal frei übersetzt mit "Tödlich ab…!" Das müsse immer wieder thematisiert werden, damit sich etwas ändere, meint Fluchs. Die Ökonomin ist selbst überrascht über die Studie: Ein bisschen weniger Fleisch, mal ein Second-Hand-T-Shirt und Lebensmittel regional kaufen und dann auch essen! Das ändert für die Einzelperson kaum etwas – wenn es aber alle machen, ist die Wirkung riesig.

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