Satellitenbilder Größte Dürre seit 500 Jahren: So ausgetrocknet ist Mitteldeutschland

Die Wiesen sehen verbrannt aus, die Felder wirken verdorrt, selbst der Waldboden ist staubtrocken und die ersten Bäume scheinen schon im Herbst angekommen, dabei werfen sie ihre Blätter frühzeitig ab, um zu überleben. Auch das Wasser wird in vielen Regionen Mitteldeutschlands schon zum Problem. Satellitenbilder zeigen, wie dramatisch dieser Dürre-Sommer tatsächlich ist – vor allem im Vergleich mit dem vergangenen Jahr.

Satellitenaufnahme der Stadt Riesa vom 18. August 2022 mit braunen, vertrockneten Flächen in der Umgebung.
Die Elbe schlängelt sich durch vertrocknete Landschaften: In der Region Riesa ist die Dürre gut zu erkennen. Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.

In diesem August hat es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bisher deutlich zu wenig geregnet. Dort, wo es eigentlich üppig grün aussieht im Sommer, hat sich die Farbe geändert: Es ist braun und beige geworden. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einem mediterranen Klima in Deutschland. Doch fast der ganze Kontinent ist betroffen. Laut Experten der Europäischen Dürrebeobachtungsstelle könnte die aktuelle Dürre die schlimmste seit mindestens 500 Jahren zu sein.

In einem am Montag (23.08.) veröffentlichten Bericht befanden die Forscher, dass fast die Hälfte Europas von Dürre bedroht sei. Mit Stand 10. August werde für 47 Prozent des europäischen Gebiets vor Dürre gewarnt. Darüber hinaus sei der Zustand bereits auf 17 Prozent der Fläche alarmierend. Die Dürre habe stark negative Auswirkungen auf die Ernte von Sommerkulturen, am stärksten betroffen seien Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen. Die Europäische Dürrebeobachtungsstelle ist eine Institution der Europäischen Kommission.

Trockenheit überall, Wasserstände auf Rekordtief

In Thüringen haben die ersten Grundwasserstände bereits ein Rekordtief erreicht. Vielerorts ist die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Bächen verboten und es wird streng kontrolliert. Und auch mehrere Waldbrände in Mitteldeutschland zeugen von der dramatischen Situation. So brannte etwa in der Sächsischen Schweiz über Wochen der Wald, aber zum Beispiel auch in Nordsachsen, Südthüringen oder dem Harz.

Vergleich 2021/2022: Machen Sie sich selbst ein Bild

Wie ausgetrocknet Mitteldeutschland tatsächlich ist, wird deutlich, wenn man aus dem Weltall auf die Region blickt. Aktuelle Bilder der Sentinel-Erdbeobachtungssatelliten der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa offenbaren den gravierenden Unterschied zum vergangenen Jahr.

Die folgenden Bilder zeigen jeweils links den 18. August 2021 und rechts, ein Jahr später, den 18. August 2022.

Auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle und in der Umgebung sind Wiesen und Felder braun statt grün.

Satellitenaufnahme des Flughafens Leipzig/Halle vom 18. August 2021 mit grünen Wiesen in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme des Flughafens Leipzig/Halle vom 18. August 2021 mit grünen Wiesen in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme des Flughafens Leipzig/Halle vom 18. August 2022 mit braunen und gelben Flächen in der Umgebung
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
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In Thüringen sind vor allem landwirtschaftlich genutzte Regionen betroffen. Während die Stadt Gotha im vergangenen August auf dem Satellitenbild kaum zu sehen ist, sticht die dunkle Fläche dieses Jahr deutlich heraus.

Satellitenaufnahme der Stadt Gotha vom 18. August 2021 mit dunklen, grünen Feldern und Wiesen in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme der Stadt Gotha vom 18. August 2021 mit dunklen, grünen Feldern und Wiesen in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme der Stadt Gotha vom 18. August 2022 mit braunen, vertrockneten Flächen in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
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Der Wörlitzer Park ist eines der Schmuckstücke von Sachsen-Anhalt. Doch obwohl hier professionelle Gärtnerinnen und Gärtner am Werk sind, sieht es auch dort in diesem Jahr braun und vertrocknet aus.

Satellitenaufnahme des Wörlitzer Parks vom 18. August 2021 mit saftig grünen Wiesen und Flächen.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme des Wörlitzer Parks vom 18. August 2021 mit saftig grünen Wiesen und Flächen.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme des Wörlitzer Parks vom 18. August 2022 mit braunen, vertrockneten Flächen.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
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Die Region um Riesa an der Elbe in Sachsen ist besonders stark von der Trockenheit in diesem Jahr betroffen. Von dem Grün im August des vergangenen Jahres ist dieses Jahr fast gar nichts mehr zu sehen.

Satellitenaufnahme der Stadt Riesa vom 18. August 2021 mit grünen Wiesen und Feldern in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme der Stadt Riesa vom 18. August 2021 mit grünen Wiesen und Feldern in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
Satellitenaufnahme der Stadt Riesa vom 18. August 2022 mit braunen, vertrockneten Flächen in der Umgebung.
Bildrechte: Sentinel Hub, Sinergise Ltd.
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Vertrocknete Sonnenblume auf einem Feld 44 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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(kie/dpa)

Ein Landwirt beim Eggen seines staubtrockenen Ackers. Durch die Trockenheit zieht er eine lange Staubwolke hinter sich her. 3 min
Bildrechte: imago images/MiS